Gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei

Themen:  Menschenrechtsverletzungen an Frauen

Wir befassen uns mit schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen, die Frauen betreffen. Dabei handelt es sich weitgehend um Formen der Gewalt, die durch patriarchale Traditionen begründet werden. Gewalt gegen Frauen ist im Patriarchat Alltag, kaum eine Frau bleibt verschont, und dies leider in allen Staaten der Erde.

Es sind dies zum Beispiel:

  1. der Infantizid und die Abtreibung weiblicher Föten,
  2. die Verstümmelung der Genitalien von Mädchen und Frauen,
  3. Körperliche und psychische sowie sexualisierte Gewalt, die Mädchen und Frauen  durch Verwandte und Ehemänner zugefügt wird. (Sexueller Missbrauch, Schläge etc.),
  4. Zwangsverheirat und Verbrechen an Frauen, die im Namen der "Familienehre" verübt werden,
  5. Sexuelle Belästigungen im öffentlichen Raum, z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln (Angrapschen, sexuelle Übergriffe),
  6. Entrechtlichung und Versklavung von Frauen im Haushalt und im Sexgewerbe, Zwangsprostitution,
  7. Frauenhandel: der Verkauf und der Handel mit Frauen im Bereich des organisierten Verbrechens, in der Prostitution, aber auch durch Zwangsverheiratungen.

 

Frauenhandel

Nach Bayern werden Frauen vor allem aus Süd- und Osteuropa (z.B. Bulgarien)  gehandelt und hier mit Gewalt oder durch Erpressung zur Prostitution oder zu einer schlecht oder gar nicht bezahlten Arbeit unter menschenunwürdigen Bedingungen gezwungen. Sie sind meist zwischen 18 und 25 Jahren alt, manche auch jünger.

 

Frauen, die Opfer von Menschenhandel wurden, kann auch die Polizei nicht immer als Opfer erkennen. Sie werden dann inhaftiert, für illegale Arbeit oder Prostitution bestraft, und teilweise müssen sie ausreisen.

Es gibt spezialisierte Beratungsstellen, die die durch die erlebte Gewalt traumatisierten Frauen betreuen. Die sechs bayerischen Beratungsstellen von Jadwiga und Solwodi können die Frauen unterstützen, sie mutter-sprachlich beraten, eine sichere Unterbringung für sie finden, sie zu Ärzten begleiten und materielle Grundsicherung für sie beantragen.  Es gibt jedoch Probleme bei der Finanzierung von Psychotherapie oder einer Sucht-behandlung. Auch die Qualifizierung der Frauen für andere Berufe ist nur durch Spenden zu finanzieren.

Opfer von Menschenhandel haben massive Gewalt erlitten und brauchen daher Hilfe. Diese steht ihnen nach europäischen Rechtsnormen zu.

Wir fordern:

  1. Qualifizierte soziale, psychologische und medizinische Hilfe für alle Opfer von Menschenhandel
  2. Angebote zur Qualifizierung der Frauen hier oder im Heimatland
  3. Finanzielle Sicherung der Arbeit der bestehenden Beratungsstellen
  4. Das Recht auf einen Aufenthalt für alle Opfer von Menschenhandel,   unabhängig von ihrer Aussage als Zeugin
  5. Aufklärung in den Herkunftsländern
  6. Verantwortliches Handeln der Kunden in der Prostitution
  7. Prävention von Männergewalt gegen Frauen und Kinder in unserer Gesellschaft

Bitte unterstützen Sie unsere Kampagnen für eine Verbesserung der Recht und der Hilfe für Opfer von Menschenhandel!

Aktuelles zum Thema Frauenhandel

Weitere Information im Faltblatt: Frauenhandel Stoppen

TERRE DES FEMMES unterstützt die Präventionsarbeit gegen Frauenhandel in Osteuropa. Bitte helfen Sie uns und spenden Sie für das Projekt Florika in der bulgarischen Stadt Burgas. Das Projekt klärt jungen Frauen über die Risiken dubioser Arbeitsangebote auf. Florika setzt sich zudem sehr für sozialen Wandel und eine Besserstellung von Mädchen und Frauen ein, denn in der Roma- Gemeinde, in der sie arbeiten, müssen Mädchen schon mit 12 Jahren heiraten und ihren Schulbesuch beenden. Sie sollen ihre Schule abschließen und einen Beruf erlernen können. 

Ohne Perspektiven in ihrer Heimat fallen sie nur zu leicht auf die Angebote von Menschenhändlern herein.

 

 

Weibliche Genitalverstümmelung

  

Weltweit leben mehr als 150 Millionen Frauen und Mädchen, denen die Klitoris oder auch kleine und große Schamlippen abgetrennt wurden. Jedes Jahr werden weitere 2 Millionen Mädchen Opfer dieser fundamentalen Menschenrechtsverletzung, mit deren Folgen sie ein Leben lang psychisch und körperlich belastet sein werden.

 Die gesundheitlichen Folgen sind vor allem bei der schweren Form der Infibulation gravierend, nicht selten sterben die kleinen Mädchen nach dem Eingriff, und auch die Müttersterblichkeit wie die Säuglingssterblichkeit ist aufgrund von Geburtskomplikationen erhöht.

 In den Ländern Afrikas und Asiens setzen sich heute Initiativen für die Beendigung der menschenverachtenden Praktik ein, indem sie Aufklärungsarbeit leisten und von ihren Regierungen rechtliche Maßnahmen zum Schutze der Mädchen und Frauen fordern. Trotzdem nimmt die Zahl der Verstümmelten weiter zu, emigriert diese "schlechte Tradition" mit den betroffenen Menschen auch in die westlichen Industrienationen. TDF schätzt, dass in Deutschland ca. 10.000 Mädchen/Frauen leben, die eine Genitalverstümmelung bereits erlitten haben oder unmittelbar davon bedroht sind.

Gefahr, daß die Töchter aus hier lebenden afrikanischen Familien beschnitten werden

In München setzen sich Vertreterinnen von TDF seit 10 Jahren dafür ein, daß die Töchter in afrikanischen Familien, die aus Ländern mit dieser Tradition nach München kommen, über die Schädlichkeit dieser Praxis aufgeklärt werden. Es ist unsere dringende Aufgabe, die hier lebenden Mädchen zu schützen. Denn wenn die Eltern nicht überzeugt werden, ihre Töchter unversehrt zu lassen, sind sie einem realen Risiko ausgesetzt, verstümmelt zu werden. In München sind auf Basis von Zahlen des statistischen Amtes mindestens 650 Mädchen dieser Gefahr ausgesetzt.

 Das Amt für Umwelt und Gesundheit der Stadt München hat einen interessanten Informationsbriefherausgegeben, der für Ärzte, Sozialarbeiter und Interessierte wesentliche Informationen zum Thema zusammenfasst und Adressen von spezialisierten Krankenhäusern und Frauenärztinnen enthält.

 Wir fordern eine klare gesetzliche Regelung und ein explizites Verbot jeglicher Form von Genitalverstümmelung in Deutschland sowie die Einrichtung einer Beratungsstelle, an die sich Betroffene sowie deren Betreuer wenden können.

Beschneidung von Jungen und Mädchen und der Schutz durch die Bundesregierung

Der Eingriff der rituellen Beschneidung der Vorhaut von Jungen aus religiösen Gründen, die ohne das Einverständnis des Kindes durchgeführt wird, werten wir als Verstoß gegen das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit

Dieser Eingriff ist für Jungen zwar meist weniger gravierend als die weibliche Genitalverstümmelung. Aber er hat negative gesundheitliche Folgen und ist für den kleinen männlichen Säugling oder Jungen schmerzhaft und traumatisierend, und nicht so harmlos, wie es häufig dargestellt wird.

Die Vereinten Nationen fordern z.B. in der Kinderrechtskonvention eindeutig, daß die körperliche Unversehrheit Vorrang haben soll vor religiösen Traditionen. Deutschland hat diese Charta mit unterschrieben und sich dadurch auf die darin festgehaltenen Ziele verpflichtet.

In dem internationalen UN- Übereinkommen über die Rechte des Kindes (der Kinderrechts-konvention) steht in Artikel 24: "Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen". Die Bundesregierung hat die Aufgabe, alle Kinder, Mädchen wie Jungen, vor dem irreversiblen Eingriff einer genitalen Beschneidung zu schützen, der ohne ihr Einverständnis vorgenommen wird. 

Hierzu auch unsere Stellungnahme vom November 2012 anlässlich des Gesetzes der Bundesregierung.

 

Bitte unterstützen Sie unsere Aufklärungsarbeit gegen die genitale Verstümmelung oder eines unserer Projekte vor Ort durch eine Spende oder durch Ihre Mitarbeit in unserer Städtegruppe.

Female Genital Mutilation

More than 150 million women and girls worldwide have undergone genital mutilation (fgm, circumcision) which means that their clitoris has been amputated in parts or in total, the inner or/and outer labia have been removed and the wounds have been sewn together to leave only a rice corn small hole to urinate. Every year 2 million more girls are victim of this fundamental violation against human rights. They have to suffer their whole life from the physical and psychological harms.

Nowadays, there are numerous initiatives in African and Asian countries who work on ending this inhuman practice by education and the claim of legal action to protect women and girls. All the same, the number of mutilated girls and women increases. This “bad” tradition immigrates together with the related people to the western industrial nations. TDF estimates about 8000 girls and women in Germany, who have already undergone a genital mutilation or are directly threatened.

 Therefore we demand a definite legal settlement and an explicit prohibition of any kind of genital mutilation in Germany. We also demand to set up an information centre for the concerned people and persons in charge.

TDF has made polls in the past years interviewing medical doctors and aid and development agencies. Despite the numerous press articles about this topic, hardly no medical or social staff member knows how to assist when they face the problem.

 So please, support the educational work or one of our local projects by donation or active commitment in the Munich group of TERRE DES FEMMES.

 

 

 

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